Meine Gefühle
sind vielleicht Schnee von gestern,
aber so zertreten sind sie noch nicht,
dass ich deine Spuren nicht deutlich
erkennen kann.
(Jörn Pfennig)
mein Leben. Einfache Dinge, die Spaß machen, die mich beschäftigen, die einfach dazu gehören.
Posts mit dem Label Lyrik werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Lyrik werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Dienstag, 28. Februar 2012
Mittwoch, 22. Februar 2012
SIEG DER TRAUER
fehlgeschlagene Rettungsversuche
hocken traurig im Keller deiner Seele
selbst ausgeteilte Gemeinheiten
sitzen grinsend nebenan
ehrlich gemeinte Gefühle
liegen zusammengekauert,
missachtet in einer Ecke
und Falschheit und Lieblosigkeit
haben ihren spaß daran
dein Leben scheint wieder einmal am Ende
und Hilflosigkeit und Trauer
reiben sich die Hände
(Gassner Horst)
hocken traurig im Keller deiner Seele
selbst ausgeteilte Gemeinheiten
sitzen grinsend nebenan
ehrlich gemeinte Gefühle
liegen zusammengekauert,
missachtet in einer Ecke
und Falschheit und Lieblosigkeit
haben ihren spaß daran
dein Leben scheint wieder einmal am Ende
und Hilflosigkeit und Trauer
reiben sich die Hände
(Gassner Horst)
Samstag, 18. Februar 2012
Gründe
Gründe
Weil das alles nicht hilft
Sie tun ja doch was sie wollen
Weil ich mir nicht nochmals
die Finger verbrennen will
Weil man nur lachen wird;
Auf dich haben sie gewartet
Und warum immer ich?
Keiner wird es mir danken
Weil da niemand mehr durchsieht
sondern höchstens noch mehr kaputt geht
Weil jedes Schlechte
vielleicht auch sein Gutes hat
Weil es Sache des Standpunktes ist
und überhaupt wem soll man glauben?
Weil auch bei den anderen nur
mit Wasser gekocht wird
Weil ich das lieber
Berufeneren überlasse
Weil man nie weiß
wie einem das schaden kann
Weil sich die Mühe nicht lohnt
weil sie alle das gar nicht wert sind
Das sind Todesursachen
zu schreiben auf unsere Gräber
die nicht mehr gegraben werden
wenn das die Ursachen sind
Weil das alles nicht hilft
Sie tun ja doch was sie wollen
Weil ich mir nicht nochmals
die Finger verbrennen will
Weil man nur lachen wird;
Auf dich haben sie gewartet
Und warum immer ich?
Keiner wird es mir danken
Weil da niemand mehr durchsieht
sondern höchstens noch mehr kaputt geht
Weil jedes Schlechte
vielleicht auch sein Gutes hat
Weil es Sache des Standpunktes ist
und überhaupt wem soll man glauben?
Weil auch bei den anderen nur
mit Wasser gekocht wird
Weil ich das lieber
Berufeneren überlasse
Weil man nie weiß
wie einem das schaden kann
Weil sich die Mühe nicht lohnt
weil sie alle das gar nicht wert sind
Das sind Todesursachen
zu schreiben auf unsere Gräber
die nicht mehr gegraben werden
wenn das die Ursachen sind
Erich Fried
Mittwoch, 15. Februar 2012
Was mich mutlos macht
ist dass es so schwer ist zu sehen wohin ein Weg geht
zum Recht und zur sicheren Zukunft
aber was mir dann wieder Mut macht ist dass es so leicht ist
zu sehen wo Unrecht geschieht und das Unrecht zu hassen
zum Recht und zur sicheren Zukunft
aber was mir dann wieder Mut macht ist dass es so leicht ist
zu sehen wo Unrecht geschieht und das Unrecht zu hassen
Und auch wenn es nicht leicht ist gegen das Unrecht zu kämpfen
so verliert man dabei doch nicht so leicht seine Richtung
denn das Unrecht leuchtet so grell und verbreitet so starken Geruch
dass keiner die Spur des Unrechts verlieren muss
Wenn der Weg zum Recht und zur Zukunft
dunkel ist und verborgen dann halte ich mich an das Unrecht
das liegt sichtbar mitten im Weg und vielleicht wenn ich noch da bin
nach meinem Kampf mit dem Unrecht
werde ich dann ein Stück vom Weg zum Recht erkennen
Erich Fried
Sonntag, 29. Januar 2012
Gewalt
Die Gewalt fängt nicht an, wenn einer einen erwürgt.
Sie fängt an, wenn einer sagt: "Ich liebe dich: Du gehörst mir!"
Die Gewalt fängt nicht an, wenn Kranke getötet werden.
Sie fängt an, wenn einer sagt: "Du bist krank: Du musst tun was ich sage"
Die Gewalt fängt an, wenn Eltern ihre folgsamen Kinder beherrschen
und wenn Päpste und Lehrer Selbstbeherrschung verlangen.
Die Gewalt herrscht wo irgendwer oder irgendetwas
zu hoch ist, oder zu heilig, um noch kritisiert zu werden
oder wo die Kritik nichts tun darf, sondern nur reden
und die Heiligen und die Hohen mehr tun dürfen als reden.
Die Gewalt herrscht dort wo es heißt: "Du darfst Gewalt anwenden"
aber oft auch dort wo es heißt: "Du darfst keine Gewalt anwenden"
Die Gewalt herrscht dort wo sie ihre Gegner einsperrt
und sie verleumdet als Anstifter zur Gewalt.
Das Grundgesetz der Gewalt lautet: "Recht ist, was wir tun.
Und was die anderen tun, das ist Gewalt"
Die Gewalt kann man vielleicht nie mit Gewalt überwinden
aber vielleicht auch nicht immer ohne Gewalt.
Erich Fried
Sie fängt an, wenn einer sagt: "Ich liebe dich: Du gehörst mir!"
Die Gewalt fängt nicht an, wenn Kranke getötet werden.
Sie fängt an, wenn einer sagt: "Du bist krank: Du musst tun was ich sage"
Die Gewalt fängt an, wenn Eltern ihre folgsamen Kinder beherrschen
und wenn Päpste und Lehrer Selbstbeherrschung verlangen.
Die Gewalt herrscht wo irgendwer oder irgendetwas
zu hoch ist, oder zu heilig, um noch kritisiert zu werden
oder wo die Kritik nichts tun darf, sondern nur reden
und die Heiligen und die Hohen mehr tun dürfen als reden.
Die Gewalt herrscht dort wo es heißt: "Du darfst Gewalt anwenden"
aber oft auch dort wo es heißt: "Du darfst keine Gewalt anwenden"
Die Gewalt herrscht dort wo sie ihre Gegner einsperrt
und sie verleumdet als Anstifter zur Gewalt.
Das Grundgesetz der Gewalt lautet: "Recht ist, was wir tun.
Und was die anderen tun, das ist Gewalt"
Die Gewalt kann man vielleicht nie mit Gewalt überwinden
aber vielleicht auch nicht immer ohne Gewalt.
Erich Fried
Samstag, 21. Januar 2012
Was es ist
Es ist Unsinn sagt die Vernunft
Es ist was es ist sagt die Liebe
Es ist was es ist sagt die Liebe
Es ist Unglück sagt die Berechnung
Es ist nichts als Schmerz sagt die Angst
Es ist aussichtslos sagt die Einsicht
Es ist was es ist sagt die Liebe
Es ist lächerlich sagt der Stolz
Es ist leichtsinnig sagt die Vorsicht
Es ist unmöglich sagt die Erfahrung
Es ist was es ist sagt die Liebe
von Erich Fried
Abonnieren
Posts (Atom)